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Archiv 2007

Über den (fast) vergessenen Wert von Lehm und Haselnüssen

Kieler Nachrichten, 23. Oktober 2007

Richtfest für das Wirtschaftsgebäude des Ritters auf dem Gelände der Lütjenburger Turmhügelburg

Auf dem Gelände der Turmhügelburg in Lütjenburg geht es Schlag auf Schlag. Jetzt konnte das Wirtschaftsgebäude gerichtet werden, und in zwei Wochen wird der Kranz auch über dem Dachstuhl des kleinen Speichers befestigt.
Der Vorsitzende des Fördervereins, Hartmut Eller, zeigte sich währen der Feier im Kreise von Mitgliedern zuversichtlich, diesen Bauabschnitt in den kommenden Wochen so weit abschließen zu können, dass beide Gebäude winterfest „verpackt“ werden. „Es müssen zumindest die Dächer gedeckt werden.“ Um die Bauphase so effektiv wie möglich nutzen zu können, seien parallel zu den Arbeiten am Fundament und dem Setzen der großen Findlinge bereits Vorbereitungen für den Dachstuhlbau angelaufen. Auf dem Gelände des Bauunternehmers Schwalbe in Preetz hatten Zimmerleute das Eichholz so weit behauen, dass sie im Nienthal jetzt „nur“ noch zusammengesetzt und gerichtet werden mussten. Auch dabei habe Klaus Dygutsch als „Baumeister“ des Vereins wieder – in enger Abstimmung mit dem Archäologischen Landesamt – Planung und Bauaufsicht in Händen gehabt, berichtete Hartmut Eller.
Vorbild des Wirtschaftsgebäudes für den Rittersitz ist nach seinen Worten das aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts stammende Hallenhaus im Bereich der historischen Turmhügelburg „Großer Schlichtenberg“ bei Futterkamp. Nachempfunden worden sei das größte Gebäude in der Vorburg dem Hof Horst aus Gödersdorf aus der Zeit um 1535. Das Charakteristische daran: Die Wände der großen Scheune werden mit Haselnuss-Flechtwerk und Lehm ausgefacht. Und das Dach erhält eine Eindeckung aus handgespaltenen Eichenholzschindeln.

Blick in mittelalterliche Verhältnisse

Kieler Nachrichten 20. September 2007

Gäste aus dem estnischen Partnerkreis Lääne-Virumaa starteten ein ausgiebiges Rahmenprogramm

Wer eine Reise macht, hat viel zu erzählen. Die Richtigkeit dieser Volksweisheit wird Urmas Tamm sicher bestätigen können. Der Gouverneur des estnischen Partnerkreises Lääne-Virumaa, der am Freitag als Ehrengast an der 140-Jahr-Feier des Kreises Plön teilnehmen wird, startete am Mittwoch in Lütjenburg ein prall gefülltes Rahmenprogramm.
Erste Station der Delegation, zu der auch Tiiu Kuus (Mitarbeiterin der Sozialabteilung), Anne Nogu (Direktorin des Privatgymnasiums Rakvere) und Tiina Halling (Projektleiterin des Jugendtreffhauses in der Lütjenburger Partnerstadt) gehören, war die Turmhügelburg, wo die Gäste im Namen des verhinderten Bürgermeisters von seinem Mitarbeiter Stefan Leyk begrüßt wurden. Hier sorgte Heinrich Oelerich zusammen mit dem Vorsitzenden des Fördervereins, Hartmut Eller, dafür, dass die Gäste gespickt wurden mit Informationen über das Projekt einer mittelalterlichen Wehranlage. Eller kündigte an, dass bereits die Vorbereitungen für den Weiterbau begonnen hätten. „Wir müssen nur abwarten, bis die Wiese trocken genug für die schweren Baufahrzeuge ist. 2008 wird die Anlage mit einer Kapelle und einem Brunnen fertig gestellt sein“.
Nachdem die estnischen Gäste einen Blick in mittelalterliche Verhältnisse geworfen hatten, wurden sie im Eiszeitmuseum noch ein großes Stück weiter auf die Zeitschiene gesetzt. Dafür sorgte die Leiterin Gisela Lentz mit ihren teilweise Millionen Jahre alten Exponaten.
Höhepunkt des Tages war die Eintragung ins goldene Buch der Stadt im Ratssaal und danach der offizielle Begrüßungsabend der Gastgeber mit Kreispräsident Werner Kalinka an der Spitze im „Bismarckturm“.
Am heutigen Donnerstag geht es weiter im Programm. Geplant sind in Heikendorf Besuch im Gymnasium und im Künstlermuseum, außerdem informative Gespräche mit verschiedenen Abteilungen der Kreisverwaltung und am Nachmittag zusammen mit der Partnerdelegation Amt Großer Plöner See eine Führung durch die Fielmann Akademie Schloss Plön. Am Freitag werden im Kreishaus Arbeitsgespräche geführt und später das Jugendhaus Klausdorf besucht.

Im Nienthal wird jetzt wieder Hand angelegt

Schaufenster, 12. September 2007

Noch zwei Bauvorhaben an der Turmhügelburg im Jahr 2007

Kaum sind die letzten Zelte der Veranstaltung „Lütjenburger Aufbruch“ abgebrochen, beginnen die Vorbereitungen für den Weiterbau der Turmhügelburg im Lütjenburger Nienthal. „Der Regen der vergangenen Wochen hat uns zurückgeworfen“, sagte Hartmut Eller, Vorsitzender der „Gesellschaft der Freunde der mittelalterlichen Burg in Lütjenburg“. „Das Holz ist bereits bestellt, jetzt warten wir nur noch darauf, dass wir mit einem Bagger und schweren Fahrzeugen auf die Wiesen können“. Konkret bedeutet das den Baubeginn in diesen Tagen.
Um Zeit zu sparen, werden auf dem Gelände der Firma „Schwalbe“ schon jetzt die vorbereitenden Holzarbeiten aufgenommen. „Wir sind froh, dass bei der Submissionen des Bauauftrages wieder die Preetzer Firma den Zuschlag erhalten hat. Deren Zimmerleute haben ihr Können alter Techniken bereits bei anderen Gebäuden der Anlage unter Beweis gestellt“.
Bei dem jetzt geplanten Bauvorhaben, das ein Volumen von uns rund 180 000 Euro hat, komme es vor allem auf die zeitliche Koordination an. Mit einem Bagger sollen zunächst auf der Wiese eine 100 Meter lange Reitbahn und ein Turnierplatz angelegt werden. Anschließend folgen dann in der Vorburg die Fundamente der beiden geplanten Häuser. Auch diese Gebäude werden wieder auf großen Findlingen ruhen. Bis zum Abschluss der Erdarbeiten soll auch das Ständerwerk der Häuser so weit fertig sein, dass es vor Ort nur noch zusammengesetzt werden muss. Das Wirtschaftsgebäude des Ritters ist der größte Bau der Vorburg. Vorbild ist , was die Größe angeht, das Hallenhaus des „Großen Schlichtenbergs“ bei Futterkamp aus den ersten Jahren des 13. Jahrhunderts. Als Vorlage für den Aufbau dient der Hof Horst aus Gödersdorf (Kreis Plön) aus der Zeit um 1535. Die Wände der großen Scheune werden mit Lehm und Haselnuss-Flechtwerk ausgefacht sowie das Dach mit handgespaltenen Eichenholzschindeln gedeckt. Eller: „Das Gebäude war das, Arbeitshaus' des Ritters, weil hier wetterunabhängig gefertigt werden konnte. Gleichzeitig war das Haus groß genug, damit ein voll beladener Ochsenkarren hineinfahren konnte. Denn das Wirtschaftsgebäude diente gleichzeitig als Scheune“.
Das zweite Gebäude ist ein kleiner Speicher, ein eingeschossiges Vorratsgebäude. Früher wurde dort in erster Linie gedroschenes Getreide gelagert. Das Besondere dieses Hauses ist, das die Wände aus dicken Eichenholzbohlen bestehen. Speicher dieser Art sind heute noch in der Probstei zu finden.
Das enge Zeitfenster des Bauvorhabens ist in der Vorgabe begründet: Für die Bauphase kann der Verein auf eine 50-prozentige Förderung durch die EU zurückgreifen. „Die in diesem Jahr zur Verfügung stehenden Mittel müssen jedoch bis Ende November abgerechnet werden, sonst verfallen sie“, so „Burgherr“ Hartmut Eller. „Deshalb wünscht sich der Verein für die nächsten Wochen viele trockene Tage und einen späten Winterbeginn“.

Hautnah im Mittelalter

Ostholsteiner Zeitung, 03. September 2007

„Lütjenburger Aufbruch“ zog wieder alle Konsequenzen nach sich

Auf dem Gelände der Lütjenburger Turmhügelburg herrschte am Wochenende eine eigentümliche Atmosphäre: Einerseits verbreitet geschäftiges Treiben in Zelten und Häusern eine aktive Stimmung, anderseits liegt selbst im Treiben eine eigentümliche Ruhe, die heutzutage immer seltener zu beobachten ist.
Rund 480 Teilnehmer aus ganz Deutschland haben sich für ein langes Wochenende zum „Lütjenburger Aufbruch“ getroffen. Und das bedeutet: Zwei bis drei Tage wird ein riesiges Rollenspiel gespielt, tauchen die Teilnehmer ab in eine Zeit, die 600 bis 1200 Jahre zurückliegt, ins Mittelalter. Und etliche Tausende Besucher waren auch in diesem Jahr wieder hautnah dabei.
Das Rollenspiel wird mit allen Konsequenzen gespielt: Da wird auf Stroh geschlafen. Wer morgens Tee trinken möchte, muss erst einmal dafür sorgen, dass ein echtes Feuer zum Wasserkochen brennt. Da schleifen die Bauern ihre Messer nach alter Manier mit einem Schleifstein; da reiten Ritter in bedrohlich wirkenden Kostümen in die Stadt; da tanzen die Frauen orientalischer Sarazenen-Kämpfern, wie sie König Friedrich II.als Schutzgarde beschäftigte.Da finden sich im Gesindehaus Frauen bei der Handarbeit. Ihre Kostüme, wie auch die der Ritter, Händler, Wikinger und den Bauern sind den historischen Originalen nachempfunden. Die Frage, was Jörg Wilhelmy, Vorstandsmitglied des veranstaltenden Fördervereins Turmhügelburg, unter seinem wollenden Bauernrock trägt wird spontan mit einem Blick darunter beantwortet: Statt der erwarteten Strumpfhose werden „Beinlinge“ sichtbar, und ein Tuch, wo man heutzutage Unterhosen trägt.
Es ist das dritte mal, dass das Mittelalterfest, die größte von jährlich drei Veranstaltungen an der Turmhügelburg, gefeiert wird, sagt Wilhelmy. Und in jedem Jahr ist der Aufbruch größer geworden. Was unter anderem daran liegen könnte, dass sich die Lütjenburger Anlage inzwischen bundesweit einen guten Ruf erworben hat, und dass sie „landesweit die schönste Kulisse zu bieten hat“.
Den wohl weitesten Anfahrtsweg dürften Tina und Hans-Jürgen Hohn mit Tochter Johanna gehabt haben, die für eine Woche (Urlaub) aus dem Allgäu angereist sind. Einigen Lütjenburgern sind sie gewiss noch vom vergangenen Jahr bekannt, als sie hier stilvoll mittelalterlich geheiratet haben. Die Gäste aus Bayern gehören keiner Mittelaltergruppe an. Sie pflegen ihr Hobby im Kreis der Familie und nehmen mehrmals im Jahr an Mittelalter-Treffen teil. Uns was ist daran so reizvoll? Die 35-jährige Tina sprudelt die Antwort hinaus: „Weg von Handy, von Autos, von Hektik. Hier spielt die Uhrzeit keine Rolle. Hier besinnt man sich auf die wichtigen Dinge, auf Kleidung, Wärme, aufs Essen und Trinken.“ Aber sie räumt ein, dass sie ihre Zahnbürste, die Hygiene von heute und die ärztliche Versorgung nicht missen möchte.
Im kommenden Jahr wird sich die Kulisse bei den Mittelalter-Festen übrigens noch größer und animierender präsentieren. In wenigen Tagen wird nämlich mit dem Bau eines mittelalterlichen Wirtschaftsgebäudes, eines Speichers und einer Reit- und Turnierbahn begonnen.

Mit „Allerley Gaukeley“ lockte die Mittelalterey Tausende Besucher in ihren Bann

Mittelalterey, das waren diesmal die Falken und Adler von Horus Falken, das war ein Köhler, der rauchende Holzkohle aus seinem Meiler holte und der Geruch von frischem Brot aus dem Lehmofen, der durch das Lager zog. Die vielen Besucher, die diesmal in das Mittelalter an der Turmhügelburg eintauchten, erwartete ein volles Programm mit der Musik von Versengold, den Steppenreitern und den Tänzen von Fures Saltationum. Und dann war da noch der Kampf um die Burg selbst, eher unterhaltsam als Furcht erregend und blutig. Alles in allem, es war eine Mischung, der sich die Besucher nicht entziehen wollten.
"Wir wollen unterhalten und den Besuchern das Mittelalter näher bringen, wir legen Wert auf authentisches Auftreten der Gruppen, lassen aber allen dabei möglichst viel Freiheit", erläuterte Burggraf Eberhard von Bodendiek, alias Hartmut Eller, der Vereinsvorsitzende, den Grundgedanken der Veranstaltung. Und die Besucher genossen die Details, war es die liebevolle Einrichtung des noblen Ritterhauses, das kärgliche Ambiente des rauchigen Gesindehauses oder der rußigen Schmiede, wo Schmied Arne Focke mit dem schweren Hammer glühendes Eisen in Form brachte.
Vor der Burg hatten die Handwerker und Reisenden ihre Zelte aufgebaut, boten erlesene Waren feil. Dabei musste so mancher Besucher feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, mit der Spindel oder dem Zieheisen umzugehen - denn mitmachen und anfassen war fast überall möglich. "Auch das gehört bei uns dazu", so der Burggraf bei einem Rundgang.
Erstmals werden zudem an der Burg auch Workshops zu speziellen Themen stattfinden, zu denen sich jeder anmelden kann.Im Juli kann an der Burg "gefilzt" werden. Ende September findet über das Wochenende ein „Lederworkshop“ statt, wo die Teilnehmer sich selbst ein Paar Schuhe nach dem Muster von bei Haithabu gefundenen Schuhen unter fachkundiger Anleitung nähen können. Mitte Oktober ist ein Wochenende dann ganz dem Bau eines alten englischen Langbogens gewidmet. Diese galten schon immer als die Entfernungswaffen und waren bei Auseinandersetzungen wegen ihrer Zielgenauigkeit gefürchtet.

Allerley Mittelalterey auf der Turmhügelburg

18. Juli 2007

Edle Damen und stolze Herren, allerley Bauernvolk, Kaufleute und Handwerker hatten am vergangenen Wochenende wieder ihr Lager an der Lütjenburger Turmhügelburg errichtet. In unzähligen Zelten und Jurten, mal prachtvoll mit Teppichen ausgestattet, mal etwas karger mit Fellen ausgelegt, hausten mittelalterlich gekleidete Menschen aller Stände und versetzten die Besucher der Mittelalterey zurück in die Zeit des Früh- und des Hochmittelalters. Ohne Strom und fließendes Wasser, ohne Fernsehen, Telefon und andere Annehmlichkeiten kochte man hier am Feuer und wachte mit der Sonne und dem ersten Schafblöken auf.
Hier konnte man an vielen Ständen handgetöpferte Tassen und Töpfe, Schalen und Teller entdecken, handgeschnitztes Besteck aus Olivenholz sowie handgewebte und gefilzte Kleider, Taschen und vieles mehr. Rüstungen und Lederwaren, vom Schnabelschuh bis zur Gürteltasche, auch die passenden Waffen dazu und eine Fibel, um den Mantel zusammenzuhalten, konnte man bei der Mittelalterey erstehen. Wer sich hier mittelaltergerecht einkleiden wollte, war am rechten Platz, denn vom Schuh bis zum letzten Accessoire gab es alles zu kaufen - aber der eigentliche Sinn der Mittelalterey war nicht der kommerzielle. Hier konnte man vielmehr das Leben des Mittelalters hautnah erleben.
So hatte die Arche Warder einige seltene Nutztierrassen mitgebracht - das Jakobsschaf und die weißgehörnte Heidschnucke waren zu bestaunen und auch ein Highland Cattle-Rind döste vor sich hun. Aus dem Lehmbackofen duftete es herrlich nach frisch gebackenem Brot, und von einem kleinen Hügel schallten mitteralterliche Klänge der Gruppe Versengold, die der Tanzgruppe Fures Saltationum aus Kiel aufspielte. Aus einer anderen Ecke tönte das laute Gebrüll der erzürnten kirchlichen Inquisition, die vermeintliche Ketzer aufzuspüren gedachte - Schwerterklirren und erhitzte Gemüter waren die Antwort. Doch hauptsächlich friedlich ging es um die Turmhügelburg herum zu, die Menschen gingen ihrem Tagwerk nach und zeigten, wie vielfältig auch das Leben vor vielen hundert Jahren war - viel aufwändiger sicherlich als das heutige, einfacher und unsicherer auch, von der Natur und den Landesherren abhängig, aber aufregend, bunt und vielleicht zufriedener.
Beeindruckend war die Falknerin Klaudia Brommund mit ihren drei Falken und dem Respekt einflößenden Adler, die in einem herrlichen Zelt Hof hielt. Aber auch die Sarazenen waren in friedlicher Absicht und mit ihrem orientalischen Zelt gekommen, um an der Mittelalterey teilzuhaben. Bei einer freundlichen Dame mit Bauchladen konnte man Naschwerk, kleine Spielzeuge und Klüngelkram erwerben, um dann weiterzuschlendern zu dem Stand mit dem Fladenbrot, das warm und mit frischem Pflaumenmus bestrichen eine Köstlichkeit war. Nachmittags waren die Steppenreiter zu bewundern, die mit ihren wendigen kleinen Pferden waghalsige Reiterkunststücke absolvierten.
Geschickt platziert war die Gastronomie außerhalb des Geländes, denn so war die Mittelalteratmosphäre zu spüren und man konnte sich zwischen den Zelten und mittelalterlich gewandeten Bewohnern des Lagers in einer anderen Zeit verlieren - eine kleine Zeitreise ins Mittelalter an einem schönen Sonntagnachmittag.

Adler und Falke waren die Stars

Kieler Nachrichten, 16.Juli 2007

Mehr als 10000 Besucher bei „Mittelalterey"

Einmal einem Falken sanft über das Gefieder streichen, einem Köhler zuschauen, wie er den Meiler öffnet und die fertige Holzkohle heraus holt, Brot kosten, das frisch aus einem alten Backhaus kommt - auf der Turmhügelburg im Lütjenburger Nienthal hatten die Bescher am Wochenende Gelegenheit, bei der „Mittelalterey" in ferne Zeiten einzutauchen.

Dreimal im Jahr lädt der Turmhügelburg-Förderverein ein, mittelalterliches Lager­und Marktleben hautnah zu erfahren. Menschen, die sich alten Handwerkskünsten verschrieben haben, alter Musik oder sonstiger „Gaukeley", bauen ihre Zelte auf - an die 100 waren es am Wochenende - und geben den Besuchern Einblick in das Leben vor mehreren hundert Jahren. Dazu gehört auch die Jagd mit Hilfe von Greifvögeln. Die Falknerei Horus aus Westensee war eine der Attraktionen des Mittelalter-Wochenendes in Lütjenburg. Klaudia Brommund und ihre Mitstreiter präsentierten unter anderem einen respektablen Steppenadler aus der Mongolei und demonstrierte die Flugkünste des Falken „Adonis". Das Vertrauen der Greifvögel zu den Menschen ist groß, so dass sich auch die Besucher nach der Flugschau den gefiederten Jägern gefahrlos nähern konnten. Auch ihre Irish Wolfhounds, wahre Riesen unter den Hunden und früher als vierbeinige Jagdgehilfen sehr geschätzt, waren „zum Anfassen freundlich".
Mit großem Interesse verfolgten die Besucher zudem die Arbeit von Arne Paysen. Er hatte auf dem Gelände einen Kohlen-Standmeiler errichtet und zeigte die alte Kunst der Holzkohle-Herstellung. Da hieß es kräftig zuzupacken für den Wissenschaftler, der im Bereich Vor- und Frühgeschichte seine Doktorarbeit über die „Energiegewinnung im Mittelalter" schreibt. Auch etliche andere Handwerker wie der Schmied und der Bäcker ließen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen, dazu gab es Musik und jede Menge Informationen aus erster Hand im Gespräch mit den zum Teil sehr aufwändig kostümierten „Mittelalter-Experten".
„Toll, was die hier alles auf die Beine stellen, meinte Hildegard Bielefeldt aus Nordrhein-Westfalen, die mit Ehemann Jürgen, Sohn Mikolai (7) und Hund Benni gerade Urlaub in Schleswig-Holstein macht. Das sei „schon ein Erlebnis, besonders für die Kinder". Bereits im vergangenen Jahr hatte die Familie die sommerliche „Mittelalterey" mitbekommen und wollte sich das Ereignis dann auch in diesem Jahr - bei insgesamt weitaus besserem Wetter - nicht entgehen lassen. Sie schätzt vor allem auch die besondere „entspannte und unaufdringliche" Atmosphäre rund um die Turmhügelburg. Zufrieden mit dem bunten Leben auf „seinem" Gelände gab sich denn auch Hartmut Eller, Vorsitzender des Fördervereins Turmhügelburg, der als Burggraf im dunkelblauen Gewand nach Mode des 13. Jahrhunderts überall nach dem Rechten schaute. Mehr als 10000 Besucher hat das Spektakel wieder angezogen.

Den „Ritterlaiben“ wird stilecht zu Leibe gerückt

Kieler Nachrichten, 14.Juni 2007

Freude über alte Brotschieber in der Turmhügelburg – Spendenaufruf zeigte Wirkung

Mit seinem Aufruf hatte Hartmut Eller Gehör gefunden: Der Vorstandsvorsitzende des Fördervereins Turmhügelburg in Lütjenburg kann den beiden Bäckermeistern Hans Sill und Rainer Petersen nicht nur einen stilechten Brotschieber zur Verfügung stellen, denn er bekam gleich sechs Exemplare gespendet.

Bei der Premiere des neu gebauten Backhauses am Rande des Burggeländes im Nienthal mussten die beiden Fachleute, wie berichtet, noch eine Axt mit langem Stiel verwenden, um die „Ritterlaibe“ aus dem Ofen zu ziehen. „Wir brauchen ein altes Exemplar als Vorlage. Dann können wir uns selbst einen Schieber herstellen“, hatte der Vereinsvorsitzende erkannt und einen entsprechenden „Hilferuf“ formuliert.
Die Reaktion darauf ließ nicht lange auf sich warten: “Zuerst meldete sich Jörg Graf Platen und überließ mir einen alten Schieber, der früher in seiner Gutsbäckerei verwendet worden war“, berichtete Hartmut Eller. Von den Bäckermeistern Albert Dunka aus Preetz und Volker Thedens aus Schönberg seien weitere zur Verfügung gestellt worden.
„Damit sind wir jetzt gut gerüstet, um auch bei künftigen Festen regelmäßig unser Brot , den Ritterlaib, im Backhaus herstellen und verkaufen zu können. Künftig werden wir wegen der unerwartet großen Nachfrage sicher gleich mehrmals backen“, kündigte Eller an.

Nicht nur Wikinger stürmten die Turmhügelburg

Lütjenburger Kurier, 7. Juni 2007

Aus ganz Norddeutschland und selbst aus Österreich waren Wikinger gekommen, um über Pfingsten an der Turmhügelburg ihr traditionelles Thing zu feiern und beim Wettbewerb um das „Ehrbare Lütjenburger Schwert“ den Besten ihrer Besten zu ermitteln. Und das Wetter hatte ein Einsehen – kamen die Besucher noch am Samstag dick eingepackt mit Wetterjacken und Regenschirmen, stürmten die Besucher am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein förmlich die Burg. „Solch einen Andrang haben wir noch nicht erlebt“, freute sich der Vorsitzende des Fördervereins, Hartmut Eller. Die Parkplätze im gesamten Gewerbegebiet waren belegt und selbst der Seitenstreifen an der Landstraße wurde als Parkfläche genutzt. „Mehr als 8000 Besucher haben wir allein am Sonntag gezählt“.
Zu sehen gab es an der Burg auch diesmal wieder viel. Das erstmals selbst gebackene Brot, der Ritterlaib, war an beiden Tagen innerhalb von Minuten ausverkauft.
Dicht umlagert waren dieStände der Handwerker und Händler. An einzelnen Feuern durften die Besucher nicht nur in die Töpfe gucken, sie durften auch mal ein traditionelles Gericht probieren. Und auf der Bühne unterhalb der Burg zogen schwergepanzerte Wikinger mit ihren Showkämpfen die Besucher in ihren Bann. Sieger des Wettbewerbs um das „Ehrbare Lütjenburger Schwert“ war allerdings diesmal kein Wikinger, sondern der Mongole Kedek, alias Jörg Peters aus Seeretz.
Er durfte das Sax des Siegers, ein handgeschmiedetes Kurzschwert, mit nach Hause nehmen. Mittelalterliches Alltagsleben konnten die Besucher gleich nebenan in der Burganlage erleben. Nachdem nun Wohn/Stall-Gebäude, Schmiede und Ritterhaus stehen, fühlt sich die Gruppe des „Erlebten Mittelalters“ aus Kiel schon richtig heimisch hier.
„Wir sind das Volk, leben mit unsere Kuh Bessy im Gesindehaus, kochen und arbeiten hier, eben ganz so wie in der Zeit von 1250,“ so die Vereinsvorsitzende Lisette Mann. Und so konnten die Besucher auch erleben wie sich Bauer Kienes Kuh Bessy aus Behrensdorf problemlos am Strick durch das Areal zum Pferch führen ließ. Bereits für die nächste Veranstaltung im Juli wird der Tierpark Arche Warder zusätzlich weitere alte Haustierrassen an die Turmhügelburg bringen. Soviel sei schon verraten von der „Mittelalterey“ Mitte Juli: Die „Horus Falken“ werden ebenso dabei sein wie die „Steppenreiter“. Highlight dürfte sicherlich der erste seit vielen Jahren in Schleswig Holstein errichtete Hoch-Meiler eines Köhlers sein. Seine karge Köhlerhütte zumindest steht schon.

Turmhügelburg zur besten Sendezeit im Fernsehen

Dokumentation ist am 15. Juni im NDR-Fernsehen zu sehen

Rittersleut’, Schmied und Bewohner haben sich in den Turm zurückgezogen. Bogenschützen gehen in Stellung: Dreharbeiten auf dem Nienthaler Turmhügelburg-Gelände. Der herrlichen – hügeligen Landschaft am Stadtrand von Lütjenburg bildet die Kulisse für Filmaufnahmen.

„Es wird für den Zuschauer eine wirkliche lebendige Zeitreise in die Vergangenheit“, war Regisseur Frank Zintner von der Produktionsfirma Medien Kontor ganz begeistert von der mittelalterlichen Szenerie auf dem historisch nachempfundenen Nienthalplatz. „So ein Zuhause – wie der Norden früher wohnte“ lautet der Titel einer Dokumentation die am 15. Juni 20:15 Uhr, im NDR – Fernsehen läuft. Unterschiedliche Wohnformen vom Mittelalter bis in die 50iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts werden in dem 60 – minütigen Beitrag gezeigt. Und die Nienthaler Turmhügelburg mittendrin zur besten Sendezeit. Das freut natürlich besonders den Vereinsvorsitzenden Hartmut Eller, der als Burggraf Eberhard von Bodendiek gleich mehrere Auftritte in der von Kurt Lotz moderierten Sendung hat. „Eine bessere Werbung für das Nienthal Gelände und unseren Förderverein kann es kaum geben“, so Eller.
Der Fernsehzuschauer erfährt jede Menge über das Wohnen und Leben im Mittelalter: Wie der Schmied etwa in einem Erdmeiler Holzkohle herstellt, wie gut es sich im Ritterwohnheim bei Tischmusik tafeln ließ, während im Gesindehaus das arbeitende Volk neben dem Vieh in äußerst kargen Wohnverhältnissen lebte.
Ganz geschafft nach einem langen Drehtag waren neben der Filmcrew und den Mitwirkenden vom Turmhügelburgverein auch die Akteure der Gruppe „Erlebtes Mittelalter Kiel“. Stilecht gewandet und mit originalgetreuen Musikinstrumenten sowie altem Handwerkszeug ausgestattet hatten sie für das Lagerleben während der Dreharbeiten gesorgt.

Projekt Turmhügelburg als „Jobmaschine"

Kieler Nachrichten, 01. Juni 2007

Das Projekt Turmhügelburg in Lütjenburg scheint sich zu einer „Jobmaschine" zu entwickeln. Wer bisher ohne Job war und hier mit praktischen Arbeiten betraut wird, hat beste Chancen, in eine Festanstellung vermittelt zu werden. Im Augenblick liegt die Erfolgsquote bei 75 Prozent!
„Wir können gar nicht schnell genug neue Kandidaten für die frei werdenden Stellen finden", stellte Hans-Jürgen von Essen, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit in Plön, fest. Diese Arbeitsbeschaffungsmaßnahme sei eine der wenigen, die nach dem Ausklingen der Boomphase Anfang 2000 noch aufrechterhalten werde - und eine der effektivsten. Von vier Mitarbeitern seien bereits drei vermittelt worden, darunter auch der Zimmermannsmeister Karsten Henschen, der ohne das sonst übliche Praktikum jetzt in der Baufirma Schwalbe arbeitet. „Anfangs war ich nicht hellauf begeistert von der Vorstellung, eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme mitmachen zu müssen. Aber ich fand schnell Gefallen daran, hier mein Fachwissen beim Errichten von Bauten in mittelalterlicher Technik einsetzen zu können", berichtete Henschen. Dabei war er natürlich auch seinem jetzigen Senior-Chef Klaus Dygutsch aufgefallen, dem ehrenamtlichen „Baumeister" der Wehranlage im Nienthal.
Träger des noch bis Frühjahr 2008 laufenden ABM-Projektes ist übrigens die Dannauer Landschaftspflegewerkstatt Weidelandschaften. „Wir versuchen ebenfalls intensiv, neue Leute mit handwerklichem Geschick zum Turmhügelburg-Ausbau zu finden, aber das ist im Augenblick nicht einfach", bekannte auch der Leiter Klaus-Peter Nebendahl. Es sei eine besondere Liebe zur Historie, fachliche Eignung und die richtige „Chemie" für die Arbeit im Team erforderlich.
„Genug zu tun gibt es für die Bauarbeiter noch allemal", betonte der Vorsitzende des Fördervereins, Hartmut Eller. Deshalb schlagen auch zwei Herzen in seiner Brust: Er freut sich über gute Leute und bedauert gleichzeitig, dass sie (zu) schnell aus der laufenden Maßnahme in eine feste Arbeitsstelle vermittelt werden.

Wetterprobe für Mittelalter-Fans

Ostholsteiner Anzeiger, 29. Mai 2007

Das Wikingertreffen lockte am Pfingstwochenende wieder Tausende Besucher auf das Gelände der Turmhügelburg vor den Toren Lütjenburgs und sorgte bei den Besuchern für reichlich Kurzweil. Das Das Treiben hatte für jeden etwas zu bieten: Kämpfe in Perfektion und mittelalterliches Leben und Treiben. Auch das Wetter hatte für jghbteden etwas zu bieten.

Regen, Regen und noch einmal Regen: Der Pfingstsonnabend war nur etwas für wahre Mittelalterenthusiasten. Immerhin bescherte der Tag den Veranstaltern dann doch noch gut 1200 Besucher, wie Burggraf Eberhard von Bodendiek, alias Hartmut Eller schätzte. Heiß begehrt war das Brot aus dem Backhaus. Binnen drei Minuten wurden mehr als Drei Dutzend Laiber verkauft. Das Ergebnis bestärkt den Vorsitzenden des Turmhügelburgvereins, Hartmut Eller, die Köstlichkeit auch in Zukunft feilzubieten.
Der Pfingstsonntag begann wie der Vortag mit Regen und ließ dann auch die Stimmung beim einen oder anderen Mittelalterfan rapide sinken. Doch mit den ersten Besuchern kam die Sonne und mit ihr setzte ein wahrer Besucherstrom ein. Zur Kaffeezeit waren sämtliche Parkplätze besetzt. Notgedrungen wurden die Seitenstreifen der Landstraße gen Schönberg zum Parkstreifen umfunktioniert.
Auf dem mittelalterlichen Markt herrschte reges Treiben, die zahlreichen Handwerker hatten reichlich Zuschauer. Gefragt waren Holzschwerter, Ledergeldbörsen, Glasperlen oder mittelalterliche Gewänder; und so konnten die Veranstalter am Ende doch noch eine positive Bilanz ziehen.
Auch die Besucher waren zufrieden. Die Teenager Yanik Stolt (Hoisdorf,16) Carlos Ilgen (Fehmarn, 16), Mathias Breuker (Fehmarn, 16) und Gundula Strauch (Bremen, 15) gewannen dem ganzen ohnehin nur gute Seiten ab: „Ein Leben ohne Strom“ sei genau das, was ihnen Spaß mache und sie fast jedes Wochenende quer durch Norddeutschland zu den diversen Mittelaltertreffen ziehe. Das ungewöhnliche Hobby bringt für Carlos Ilgen gleich zwei weitere Vorteile mit sich: „Das ist auch ein billiger Urlaub ohne Eltern“, sagte er augenzwinkernd.

Eine Zeitreise zurück zu den Ursprüngen

Kieler Nachrichten, 29. Mai 2007

Beim Wikingerlager schwiegen die Handys

Am Wochenende waren in Lütjenburg die Wikinger los. In traditionellen Gewändern trafen sich rund 300 Nordmannen, Ritter und Hochmittelalterliche an der Turmhügelburg, um mit Axt, Bogen und Speer um das „Ehrbare Lütjenburger Schwert“ zu kämpfen.

Aus ganz Deutschland und Österreich waren die Sippen nach Lütjenburg gekommen, um dem friedlichen Streite beizuwohnen. Unterhalb der Turmhügelburg schlugen sie ihre Zelte auf und boten den Besuchern einen Einblick in die Kultur und Lebensweise der alten Wikinger. Besonders das Handwerk beeindruckte die kleinen und großen Gäste: Schmied, Schuster, Drechsler, Bogenbauer und Filzer zeigten ihre Arbeiten. Viele Sippen boten auch traditionell zubereitete Speisen wie Räucherkäse oder Gemüsesuppe zum Probieren an.
Im Wohnstallgebäude am Fuße der Turmhügelburg konnten Wikingerfreunde in das alltägliche Leben von Menschen und Vieh im Mittelalter eintauchten. Die Mitglieder des Kieler Vereins „Erlebtes Mittelalter“ hatten sich mit Handarbeiten und Blockflöte um die Feuerstele der behaglichen Holzhütte versammelt, wo sie viele Wochenenden im Jahr verbringen. „Wie leben hier mit Kuh Bessy, kochen nach mittelalterlichen Rezepten, machen Handarbeiten und Holzarbeiten“, erklärte Vereinsvorsitzende Lisette Mann den staunenden Besuchern. Zurück zu den Ursprüngen ist das Motto der Kieler Sippe. Die rund 15 Gewandeten vermissen in ihrem mittelalterlichen Gebäude weder Fernseher noch Handy.
Wer am Pfingstwochenende im Wikingerlager dennoch sein mobiles Telefon benutzte, der wurde mit bösen Blicken bestraft. Lediglich Regenschirme waren akzeptiert – zumindest bei den Gästen. Schließlich wollte das Wetter nicht so recht mitspielen. Die tapferen Dreikämpfer konnten jedoch kein Wässerchen trüben: Mit viel Mut und Kampfgeist gingen die Männer in den Disziplinen Langbogenschießen, Axt und Speerwurf an den Start. Der ruhmvolle Sieger wurde zu späterer Stunde von dem Vorsitzenden des Fördervereins der Turmhügelburg, Hartmut Eller alias Eberhard von Bodendiek, geehrt. Die Sippen versammelten sich vor der Turmhügelburg und warteten gespannt auf das Ergebnis der Wettkämpfe. Sieger wurde Jörg Peters aus Sereetz alias Mongole Kedek, der ganz neu in der Szene war. Für seine Leistung erhielt er das „Ehrbare Lütjenburger Schwert“ und die güldene Plakette. „Wir werden noch dafür sorgen, dass Kedek einen Zwirbelbart und richtige Schmisse bekommt“, rief von Bodendiek den versammelten Kriegern zu, und die Männer applaudierten.
Am Ende kamen alle friedlich zusammen, tranken Met, lauschten den mittelalterlichen Gesängen der Gruppe Wortsatia aus Friesland und genossen das Wikingerleben in vollen Zügen. Für die Sippen in ihren rund 120 Zelten bleibt der Alltag zumindest für dieses Wochenende in weiter Ferne.

Wikinger laden zum Thing an der Nienthaler Turmhügelburg

Ostholsteiner Anzeiger, 24. Mai 2007

Der Ruf schallte weiter über das Land und ward gehört: „Die Wikinger kommen“. Zum friedlichen Streite um das „Ehrbare Lütjenburger Schwert“ schlagen die Sippen über Pfingsten erneut ihre Zelte an der Turmhügelburg im Nienthal auf. Mehr als 100 Zelte werden es diesmal sein beim Großen Thing an der Burg, eingeladen von der Gesellschaft der Freunde der mittelalterlichen Burg in Lütjenburg. Auch diesmal sind wieder interessierte aus nah und fern aufgerufen, dem bunten Treiben in der Burg zuzuschauen und mitzumachen.
Am Rande des Lagers wir nach alter Tradition ein Markt aufgebaut sein, wo Händler ihre selbstgefertigten Waren anbieten und ihren Handwerk nachgehen werden. Schmuck der Wikingerzeit, Lederwaren, Holzschnitzereien, Drechsel- und Filzarbeiten sowie das Drehen von Glasperlen sind im Angebot und werden vor Ort gefertigt. Ebenso dürften Schmied, Schuhmacher, Filzer und Bogenbauer nicht fehlen.
Auch der im vergangen Herbst fertiggestellte Backofen kann nun nach einer halbjährigen Trocknung erstmals in Betrieb genommen werden. Gebacken werden soll ein kräftiges und würziges Sauerteigbrot auf der Basis eines alten mittelalterlichen Rezeptes. „Wir denken auch schon daran, zumindest in der Saison einmal am Wochenende zu backen“, so der Vereinsvorsitzende Hartmut Eller. Für Kinder gibt es an den Ständen der Wikinger ein vielfältiges Programm zum Mitmachen wie den Tjors-Balken, Bogenschießen und vieles mehr. An vielen Ständen werden traditionelle gekochte Speisen zum Probieren angeboten.
Am Pfingstsonnabend und Sonntag lädt der Förderverein der Turmhügelburg alle Interessierten zum „Tag der offenen Burg“ von 10 bis 18 Uhr ein. Los geht es dann auch mit dem Bogenwettbewerb um das „ehrbare Lütjenburger Schwert“. Die besten Bogenschützen des Landes werden erneut mit ihren Langbögen gefordert. Diesmal sogar in drei Disziplinen: Mit dem Bogen auf unterschiedliche Entfernungen mit der Axt und dem Speer. Der Sieger erhält das „ehrbare Lütjenburger Schwert“ als Wanderpreis und wird mit einer „güldenen“ Plakette verewigt. Als Eigentum darf er ein Kurzschwert mit nach Hause nehmen. Die Siegerehrung ist gegen 17 Uhr.
Neu ist, dass der Verein diesmal von den Erwachsenen ein „Burg-Opfer“ in Höhe von drei Euro erbitten wird, Kinder ab 12 Jahren zahlen einen Euro. „Dieses benötigen wir dringend zum weitern Ausbau der Burg“, betont Hartmut Eller. „Um die bereitstehenden Gelder der EU-Förderung abrufen zu können, brauchen wir deshalb Eigenmittel in der gleichen Höhe.“ Geplant ist in diesem Jahr der Bau von zwei Gebäuden – dem großen Wirtschaftsgebäude und einem Speicher. Eller: Je mehr Geld wir haben, desto zügiger können wir mit den anderen Bauten beginnen.“
Kostenlos bleibt aber das Parken im Gewerbegebiet. Vor der Burg lädt eine Gastronomie zum Verweilen. Die Erlöse des Getränkestandes und aus dem Kuchenverkauf gehen direkt an den Förderverein der Burg.

Feuer frei für den „Ritterlaib“

Kieler Nachrichten, 22.Mai 2007

Das Backhaus der Turmhügelburg hat Testlauf überstanden

Das erst im vergangenen Sommer neugebaute Backhaus in der mittelalterlichen Turmhügelburg in Lütjenburg dient dem Gebäudeensemble nicht nur als schmuckes Dekorationsobjekt! Es funktioniert tatsächlich einwandfrei und soll über Pfingsten genutzt werden, um Akteure und Gäste beim Winkerlager mit frisch gebackenem „Ritterlaib“ zu versorgen.
Diesen Namen für die 500 Gramm-Mischbrote mit knuspriger Kruste hatte ganz spontan Hans Sill „erfunden“. Dem Alt-Gesellen, der künftig zusammen mit seinem Berufskollegen Rainer Petersen bei besonderen Veranstaltungen das Brotbacken im Nienthal übernehmen wird, hatte beim ersten Testlauf jedenfalls der Vorschlag „Burgbrot“ nicht gefallen. Und mit der alternativen Wortschöpfung konnten sich die Vorstandsmitglieder des Fördervereins, Hartmut Eller, Klaus Dygutsch und Manfred Krücke, sofort anfreunden. „Wenn beim Wikingerlager alles reibungslos läuft und es auch genügend Nachfragen gibt, werden wir möglicherweise die Ritterlaibe sogar an allen Wochenenden zu festen Zeiten als besondere Attraktion anbieten“, zeigte sich Hartmut Eller begeistert von dem Premierenerfolg.
Gleich vier Bäcker hatte er für diese Auftaktveranstaltung in kleinem Kreis – dazu zählte auch Joachim Kühl vom Archäologischen Landesamt - engagieren können. Die fertigen Mischbrot – Teiglinge wird auch künftig Bäckermeister Ole Steenbock („Bäckerei Wegener“) anliefern. Das Backen überlässt er dann im Wechsel den beiden erfahrenen Alt-Gesellen. Als Tester war Oberbürgermeister Joachim Jonsson nach Lütjenburg gekommen. Er hatte zunächst aufmerksam die Vorarbeit am und im Backofen verfolgt, den Vereinsmitglieder schon Stunden zuvor mit großen Holzscheiten geheizt und mit einem historischen „Bäckerbesen“ gereinigt hatten. Dafür verwendeten sie einen nassen Sack, der an einer Stange befestigt, mit einer Kette beschwert und im richtigen Schwung zum Ausfegen des zwei Meter tiefen Ofen wurde. Dem Chef der Bäckerinnung fiel dann natürlich auch die Aufgabe zu, nach einer Backzeit von einer Stunde bei 280 Grad den ersten „Ritterlaib“ fachkundig zu prüfen. Sein Urteil: „Volle Punktzahl.“
Bis zum ersten „richtigen“ Arbeitseinsatz hoffen Hans Sill und Rainer Petersen, einen Brotschieber zur Verfügung gestellt zu bekommen. Für die Premiere wurde noch kurzerhand die Axt mit langem Stiel gewissermaßen zweckentfremdet. „Wir brauchen ein altes Exemplar als Vorlage. Dann können wir uns einen Schieber herstellen, wie er in den vergangenen Jahrhunderten verwendet wurde“, erklärte Hartmut Eller.

Burgenbauer begehrt

OSTHOLSTEINER ANZEIGER, 22.Mai 2007

Der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt beschert der „ Gesellschaft der Freunde der mittelalterlichen Burg" eine hohe Fluktuation: Aus einem seit März laufenden Beschäftigungsprojekt mit drei Stellen sind bereits vier Mitarbeiter ausgeschieden.

Ziel jeder Maßnahme „Turmhügelburg Nienthal" ist die Vermittlung von Arbeitslosen, „die eines höheren Qualifizierungs­und Betreuungsaufwandes bedürfen", in den regulären Arbeitsmarkt. In Nienthal geschieht dies schneller und erfolgreicher als erwartet: Vier Teilnehmer hätten eine feste Arbeitsstelle gefunden, berichtete der Vorsitzende der Gesellschaft, Hartmut Eller. Das sei eine sehr gute Quote, hieß es. Das Projekt sei ein „echter Durchlauferhitzer", formulierte es Eller.
Scherzhaft richtete er eine Bitte an den Chef der Plöner Arbeitsagentur, Hans-Jürgen von Essen: die Kräfte sollten wenigstens einen Monat auf der Turmhügelburg bleiben. Und ernsthaft ergänzte Eller: „Wir freuen uns für jeden, der Arbeit findet". Vor allem deshalb, weil viele Lebensläufe der Teilnehmer nicht geradlinig seien.
Für die Arbeitsagentur werde es allerdings auch immer schwieriger, Kräfte zu finden, die sich für die Aufgaben auf der Burg eignen, sagte von Essen.
Claus-Peter Nebendahl, Leiter des Landschaftspflegehofes „Holsteinische Schweiz" im Verein Weidelandschaften, der das Beschäftigungsprojekt trägt, lobte die „sehr gute Zusammenarbeit" mit dem Burgverein. Die eingesetzten Kräfte erführen dort eine besondere Unterstützung. Das Trio baut derzeit mittelalterliche Möbel nach, zieht Flechtwände, erstellt Holzlager oder alte Gerätschaften. Angeleitet werden sie von Hartmut Eller, dessen Vorstandskollegen Klaus Dygutsch und von Karsten Hentschen. Hentschen kam selbst einmal im Zuge eines Beschäftigungsprojektes ins Nienthal und hat längst eine feste Arbeitsstelle.
In diesem Jahr soll die Anlage unter anderem noch um ein Wirtschaftsgebäude erweitert werden. Für das kommende Jahr sind eine Kapelle geplant und die Gestaltung der Wege und Gärten.
Am bevorstehenden Pfingstwochenende (26. und 27. Mai) wird auf dem Gelände, jeweils zwischen 10 und 18 Uhr, wieder mittelalterliches Leben nachempfunden und um das „Lütjenburger Schwert" gekämpft. Nach dem Stand der Planung erwartet die Besucher mehr als 100 Zelte und Dutzende mittelalterlich gewandeter Aktive.

Turmhügelburg in Szene gesetzt

Lütjenburger Kurier, 10. Mai 2007

Wie wohnte man im Mittelalter in einer Turmhügelburg? Obwohl es einmal elf solcher Burgen im Bereich Lütjenburg gab, kann es niemand mehr genau sagen.
Spannend genug, dieser Frage nachzugehen, sagten sich das Fernsehen und klopfte an die Pforte der Turmhügelburg. „So ein Zuhause – wie der Norden früher wohnte „, heißt die Sendung, die die Berliner Produktionsfirma Medien Kontor einen Tag lang an der Burg in „Spiel“- Szenen setzte.
Hauptdarsteller waren die Mitglieder des „Erlebten Mittelalters Kiel“, für die die Burg längst ein zweites Zuhause geworden ist. Eine „lebendige Zeitreise in die Vergangenheit“ verspricht Regisseur Frank Zintner den Zuschauern von N3 – und das zu besten Sendezeit am 15. Juni um 20.15 h.
Für die Dokumentation haben er und seine Crew außerdem ein Barockschloss und eine Arbeiterwohnung aus den 50iger Jahren besucht.
Moderiet wird der 60 Minuten lange Film von Kurt Lotz. „Gar nicht so einfach“, meinte Kurt Lotz, der Drechsler Michael Poese bei der Verzierung eines Hockerbeines über die Schulter schaute. Mit ein wenig Übung gelang es dem Moderator dann auch. Das Leben der einfachen „Bauern und Leibeigenen“ im Gesinde – Volk ist von harter Arbeit geprägt – ob im Stall, in der Schmiede oder beim Kochen.
Erheblich entspannter ging es dann im vornehmen Ritterhaus zu, wo „Burggraf Eberhard von Bodendiek“ und Gemahlin zu Tisch baten.
Wie aus einer Truhe ein Schrank wurde und warum die Fußbodenheizung der „Ritters“ auch heutigen Ansprüchen gerecht wird, werden die Zuschauer dann im Film miterleben dürfen.

Turmhügelburg zur besten Sendezeit im Fernsehen

Kieler Nachrichten, 02. Mai 2007

Dokumentation ist am 15. Juni im NDR-Fernsehen zu sehen

Rittersleut', Schmied und Bewohner haben sich in den Turm zurückgezogen. Bogenschützen gehen in Stellung: Dreharbeiten auf dem Nienthaler Turmhügelburg-Gelände. Die herrlichhügelige Landschaft am Stadtrand von Lütjenburg bildete die Kulisse für Filmaufnahmen.

„Es wird für den Zuschauer eine wirkliche lebendige Zeitreise in die Vergangenheit", war Regisseur Frank Zintner von der Produktionsfirma Medien Kontor ganz begeistert von der mittelalterlichen Szenerie auf dem historisch nachempfundenen Nienthalplatz, „So ein Zuhause - wie der Norden früher wohnte" lautet der Titel einer Dokumentation die am 15. Juni, 20.15 Uhr, im NDR-Femsehen läuft. Unterschiedliche Wohnformen vom Mittelalter bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts werden in dem 60-minütigen Beitrag gezeigt. Und die Nienthaler Turmhügelburg mittendrin zur besten Sendezeit.
Das freut natürlich besonders den Vereinsvorsitzenden Hartmut Eller, der als Burggraf Eberhard von Bodendiek gleich mehrere Auftritte in der von Kurt Lotz moderierten Sendung hat. „Eine bessere Werbung für das Nienthal-Gelände und unseren Förderverein kann es kaum geben", so Eller.
Der Fernsehzuschauer erfährt jede Menge über das Wohnen und Leben im Mittelalter: Wie der Schmied etwa in einem Erdmeiler Holzkohle herstellt, wie gut es sich im Ritterwohnheim bei Tischmusik tafeln ließ, während im Gesindehaus das arbeitende Volk neben dem Vieh in äußerst kargen Wohnverhältnissen lebte.
Ganz geschafft nach einem langen Drehtag waren neben der Filmcrew und den Mitwirkenden vom Turmhügelburgverein auch die Akteure der Gruppe „Erlebtes Mittelalter Kiel". Stilecht gewandet und mit originalgetreuen Musikinstrumenten sowie altem Handwerkszeug ausgestattet hatten sie für das Lagerleben während der Dreharbeiten gesorgt.

Lütjenburg muss um Abgaben-Recht fürchten

Lütjenburger Kurier, 29. März 2007

Stadt kann möglichen Steuerrechts-Streit verlieren

Die Chronik der Stadt Lütjenburg muss offenbar in einem entscheidenden Punkt umgeschrieben werden. Denn die Vorfahren der Lütjenburger besiedelten bereits um 1250 die Ostseeküste und errichteten als Wohnsitz Turmhügelburgen wie die im Nienthal.
Bekannt ist, dass unter den Schauenburger Grafen und mit starker Beteiligung ihrer adligen Lehnsleute das slawische Wagrien erobert, kolonisiert und missioniert wurde. Das Leben ist lokal organisiert: in Gehöften, Dörfern und kleinen Städten, deren Herren Adlige sind und das Sagen haben. Sie sind die Inhaber aller Herrschafts- und Schutzrechte, haben auch ein Besteuerungsrecht gegenüber ihrer Untertanen. In dieser Zeit gab es Lütjenburg noch gar nicht. Lütjenburg erhielt nachweislich erst 1275 das Stadtrecht. Soweit ist die Chronik der Stadt Lütjenburg korrekt.
Nun allerdings sind in der alten Universitätsbibliothek von Bordesholm, deren Handschriften und Drucke den Grundstock der Christian Albrecht Universität in Kiel bilden, bei der Inventarisierung Schriften aufgetaucht, die die Stadt Lütjenburg wohl in arge Probleme bringen werden.
Durch herzogliche Schenkung erhielt die Bibliothek als Gründungsbestand die Handschriften und Drucke (in damals 320 Bänden) des ehemaligen Augustinerchorherrenstiftes in Bordesholm, die noch heute den ältesten Bestand darstellen. Das im Schleswig – holsteinischen Raum bedeutendste Kloster, das 1127 von Vicelin gegründet, 1550 aufgelöst und 1566 in einer Gelehrtenschule umgewandelt worden war, besaß eine wertvolle Sammlung, die auch einer „academischen Bibliothek“ als Grundlage dienen konnte.
Nach einer Neubewertung des „typograhici Bordesholmenses“ geht nach Ansicht von Historikern aus der „Codices Manuscripti Bordesholmenses“ ganz klar hervor, dass die alten Herren der Turmhügelburg bei Lütjenburg, namentlich erwähnt wird ein Eberhard von Bodendiek, 1139 zusammen mit Adolf II. nach Holstein-Stormarn zurückkehrte. Im Auftrag seines Lehnherrn zog er in die Nähe des heutigen Lütjenburg, nämlich das Nienthal, um die dort lebenden Slawen zu christianisieren. Als Belohnung erhielt er das Recht, alle Bewohner der Region als seine Untertanen „zu rechten, rygten und besteyern“, wie es dort wörtlich heißt unter der Überschrift „Heic nova panduntur nascentibus horea Musis, his locus illa bonae publa mentis habet.“ Das Papier führt dann weiter aus, dass dieses verbriefte Recht sich auch auf alle Nachziehenden der Region im „Umkreyse eines Tagweges“ (heute 30km) galt. Dieses Recht sollte immer auf den direkten Nachfahren des Herrn der Turmhügelburg übergeben – und, das ist das Entscheidende, sollte dieser keine Kinder haben, immer auf den jeweiligen Herrn der Burg.
Eben dieses Recht beansprucht nun der Förderverein der Turmhügelburg als rechtlicher und „sitsahme Nachfahrn“ der ersten Siedler. Denn da ist er durch einen Vertrag auch geworden, mit dem die Stadt seinerzeit dem Verein die Turmhügelburg offiziell überließ. Der Verein hat sich eine Kopie der Urkunde besorgt und will diese am 1. April im Lütjenburger Rathaus übergeben und seine Forderungen anmelden. Rein formal gehört die Stadt, weil später gegründet als die Turmhügelburg, zu eben jenen beschriebenen Untertanen des Burgherrn und sind ihm „steyerpligtig“. Damit müsste Lütjenburg eigentlich alle in der Stadt erhobenen Abgaben an die Turmhügelburg abführen – Gelder, die dem Ausbau der Burg sicher wohl zu Gute kämen.

Höhepunkte in der Turmhügelburg

Ostholsteiner Anzeiger, 06. März 2007

Zwei neue Gebäude sind für 2007 auf dem Gelände der Turmhügelburg in Nienthal geplant: Ein Speicher und ein großes Wirtschaftsgebäude. Das Wirtschaftsgebäude wird das größte Gebäude in der Vorburg sein. Vorbild ist das „Hallenhaus" der Burganlage auf dem großen Schlichtenberg bei Futterkamp aus den ersten Jahren des 13. Jahrhunderts.
„Wir wollen das Haus nicht nur als Arbeitsraum nutzen, sondern auch als Versammlungsraum und für besondere Aktionen", so Vereinsvorsitzender Hartmut Eller. Im Haus werde der Verein auch Fundstücke aus dem Mittelalter präsentieren. Den Abschluss der Bautätigkeiten in diesem Jahr bilde der Bau eines Brunnens auf einem „kleinen Marktplatz" inmitten der Vorburg.
Auch 2007 wird es wieder drei große Veranstaltungen geben. Den Auftakt macht das „Wikinger-Lager" zu Pfingsten mit dem Wettkampf um das „Ehrbare Lütjenburger Schwert". Außerdem soll dann auch das neue Backhaus in Betrieb gehen. Gut ein halbes Jahr musste die 30 Zentimeter dicke Lehmschicht des Backofens austrocknen, bevor er nun genutzt werden kann. „Für unseren "Burglaib" haben wir ein altes Rezept ausgegraben, das ein kräftiges und würziges Brot verspricht, wie es nur in einem solchen Ofen gebacken werden kann", freute sich Eller.
Gleich vier Besonderheiten stehen im Mittelpunkt der „Mittelalterey" Mitte Juli. Zum einen wird die „Horus-Faiknerin Klaudia Brommund ihren im September wegen Regens abgesagten Auftritt nachholen, zum anderen wird erstmals die Musikgruppe "Versengold" aufspielen. Zum ersten Mal werden auch die "Steppenreiter" ihre beeindruckende Treffgenauigkeit beim Bogenschießen von galoppierenden Pferden aus unter Beweis stellen.
Und als vierte Neuheit wird erstmalig an der Burg auch ein Kölder einen Meiler aufschichten und entzünden, um die alte Kunst der Holzkohlengewinnung wieder zu beleben. Die Köhlerei war im Mittelalter auf dem Lande weit verbreitet. Der Termin für den Brand ist so gewählt, dass Besucher den Anstich des Meilers am 14. Juli und dann den Abraum der abgekühlten Kohle am nächsten Tag im Rahmen der Veranstaltung miterleben können.
Auch zum großen „Lütjenburger Aufbruch" über drei Tage Ende August/Anfang September hat sich der Verein etwas einfallen lassen. Nicht ohne Grund verweist die Veranstaltung auf den Schwerpunkt "Ritter, Reiter und Musikanten". Angesagt hat sich die Reitertruppe des Ritterbundes Hartmann von Aue.
Begleitet wird die Truppe von einem Hofstaat mit Herold und musikalisch von der Gruppe "La Marotte". Dargeboten werden von ihnen sachte bis deftige Lieder aus dem Mittelalter. Erstmals werden zudem an der Burg auch Workshops zu speziellen Themen stattfinden, zu denen sich jeder anmelden kann. Das Filzen ist eine der ältesten Handfertigkeiten überhaupt. Ob Kappe, Tasche oder Hut - Doris Kautz zeigt im Juli, wie es gemacht wird. Ende September findet über das Wochenende ein "Lederworkshop" statt, wo die Teilnehmer sich selbst ein Paar Schuhe nach dem Muster von bei Haithabu gefundenen Schuhen unter fachkundiger Anleitung nähen können. Mitte Oktober ist ein Wochenende dem Bau eines alten englischen Langbogens gewidmet. Diese galten schon immer als die Entfernungswaffen und waren bei Auseinandersetzungen wegen ihrer Zielgenauigkeit gefürchtet.

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