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Turmhügelburg Lütjenburg

Aktuelles

Aktuelles 2017

„ Der Mythos Hammaburg – die neuesten Forschungsergebnisse“

Die „Gesellschaft der Freunde der mittelalterlichen Burg in Lütjenburg e.V.“ startet ihre Winter-Vortragsreihe 2017/18 „Lütjenburger Vorträge zur Archäologie und Geschichte“ im November.

Am

07. November 2017 um 19:30 Uhr
in der Gaststätte “Lüttje Burg“, Lütjenburg, Markt 20
hält Frau Dr. Elke Först
Archäologischer Landesmuseum Hamburg
einen Vortrag mit dem Thema:

„Der Mythos Hammaburg: die neuesten Forschungsergebnisse ʺ

Der Domplatz im Herzen der Hamburger Altstadt gilt seit jeher als Keimzelle der Freien und Hansestadt Hamburg. Erste Ausgrabungen auf und im Umfeld des Domplatzes durch Reinhard Schindler führten in den Jahren 1949-1956 zur Entdeckung eines mächtigen Burgwalls, der mit der historisch überlieferten, 845 durch dänische Wikinger zerstörten Hammaburg gleichgesetzt wurde. Mit diesem Burgwall verknüpft ist die Gründung Hamburgs, die als Missionstandort mit Ansgar, dem Apostel des Nordens, beginnt. In den Jahren 1980-1987 kam es zu weiteren Ausgrabungen auf dem Domplatz, in deren Verlauf eine ältere Befestigung aus zwei Doppelgräben entdeckt wurde, deren Zeitstellung und Deutung lange Zeit unklar bieb. Ausgelöst durch die 2002 erfolgte Neudatierung des von Reinhard Schindler ausgegrabenen Burgwalls mit dem Ergebnis einer offenen Standortfrage Hammaburg durch T. Kempke und die neuen Ergebnissen der letzten Ausgrabung in den Jahren 2005/06 unter der Leitung von Karsten Kablitz geriet die ältere Befestigung in den Fokus der Forschung und wurde im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums erneut untersucht. Dabei zeigte sich, dass es sich um zwei, zeitlich aufeinander folgende Befestigungen handelt. Der jüngere Graben gehört in die erste Hälfte des 9. Jahrhunderts und lässt sich davon ausgehend mit der historischen Hammaburg verbinden.

Der Eintritt ist – wie üblich – frei. Wir freuen uns auf möglichst viele interessierte Besucher bei diesem sicher wieder hochinteressanten Vortrag.

Im Lager des "Hansevolkes zu Lübeck" herrschte reges Treiben mit Handel, Handwerk und Gesselligkeit.
Mittelalterliches Treiben im Nienthal

Marc Dobkowitz, Ostholsteiner Anzeiger, 05.09.2017

„Lütjenburger Aufbruch“ bot am Wochenende Einblicke in vergangene Zeiten / Erntedank im Mittelpunkt

Im Nienthal war am Wochenende die Zeit rund um die Turmhügelburg ins Mittelalter zurückgedreht. Der Förderverein hatte zum „Lütjenburger Aufbruch“ geladen und Ritter, Händler, Barden und Spielleute waren zu einem mittelalterlichen Erntedankmarkt gekommen. Das Leben in der Burg und im angrenzenden Lager lockte auch interessierte „Zeitreisenden“ aus der Gegenwart an, die sich in die Zeit der Christianisierung Wagriens entführen ließen.
Das „Hansevolk zu Lübeck“ hatte es sich ganz am Ende des Lagerplatzes unter den Birken gemütlich gemacht und die „Lütte Grete“ dabei. Die kleine Kanone wurde an beiden Nachmittagen bei der Vorstellung der spätmittelalterlichen Feuerwaffen präsentiert. Zuvor konnten sich die Besucher mit der Söldner-Gruppe „Ueterst End“ und den Reitern „Bodendieks Schildknappen“ mitten in eine Schlacht mit Schwertern und Lanzen versetzen lassen. Einen Einblick in die Kleidung von Gesinde und Adel gab es bei einer Modenschau im Burghof. Dort berichtet auch ein Zeidler wie ab der Mitte des 13. Jahrhunderts mit wilden und domestizierten Bienen in den Wäldern Honig gewonnen wurde. Die Leckereien im Stile vergangener Jahrhunderte zogen Lagerbewohner wie Besucher gleichermaßen an. Die Brote und der Butterkuchen aus dem rekonstruierten Backhaus fanden reißenden Absatz und auch Wildburger und Flammlachs aus der Taverne gingen für ein paar Silberlinge über den Tresen. Ketchup oder Mayonnaise suchte man jedoch vergebens. Dafür gab es Preiselbeer- und Himbeer-Senf. Die Suppen wanderten stilecht aus dem Kessel in die Tonschale so wie die Getränke im Krug gereicht wurden. Die kleinsten Besucher konnten an einigen Ständen im Lager handwerkliches Geschick beweisen und so unter anderem einen Lederbeutel für ihr Taschengeld oder Glitzersteine herstellen. Auf dem ganzen Gelände waren Körbe versteckt, in denen es Erntedank-Gaben zu ertasten galt.
Bogenschießen und Ponyreiten machten das Abenteuer für Kinder perfekt. Für Zerstreuung sorgte Martje Haselbach mit ihren beiden Handpuppen Ask und Embla in einem geflochtenen Wikinger-Schiff auf der Suche nach immer neuen Geschichten von Göttern, Riesen, Menschen und Zwergen. Mittelalterliche Klänge gab es von den Gruppen „Drudabings“ und „TriScurria“ die auch in die Instrumente der damaligen Zeit einführten. Im Tavernenzelt fand zum zweiten Mal der Bardenwettstreit für jedermann statt. Für den Sieger waren eine Namensplakette auf dem Bardenthron von Nienthal und ein speziell angefertigtes Kleinod ausgelobt.

Wikingerlager an der Turmhügelburg: Jonathan (8) wirft den Speer und bekommt dafür noch ein paar gute Tipps von Stefan Lösch (direkt dahinter).
Mit Speer, Axt und Bogen

06. Juni 2017, Ostholsteiner Zeitung, Text/Foto Andrea Seliger

Wikingerlager an der Turmhügelburg in Lütjenburg hatte erstmals Wettbewerb für Familien im Programm

Um das edle Horn von Nienthal zu gewinnen, kann man sich schon mal ein bisschen ins Zeug legen. Die Disziplinen: Speerwerfen, Axtwerfen, Bogenschießen. Doch der Held allein wird hier nichts: Der neue Wettbewerb im Wikingerlager an der Turmhügelburg in Lütjenburg ist für Familien.
Mit dem neuen Dreikampf will Burgherr Hartmut Eller alias Eberhard von Bodendiek den Sonntag noch ein bisschen spannender machen – am Sonnabend findet bereits traditionell der Einzelwettkampf statt. „Jetzt wollten wir auch mal was für die Familien machen.“ Und so wirft der achtjährige Jonathan aus Celle zum ersten Mal in seinem Leben einen Speer. Sein sechsjähriger Bruder hat sich für die Axt entschieden. „Also bleibt für mich Bogenschießen“, sagt Vater Christoph Schön und schlägt sich dabei für einen Anfänger erstaunlich gut. Die Teilnehmer, insgesamt neun Familien mit je drei Personen, sind ein gemischtes Völkchen: Pfingsturlauber wie die Schöns, die sich spontan angemeldet haben, aber auch solche, die selbst am Lager teilnehmen und mit ihren historischen Gewändern gleichzeitig Teil der Wikinger-Kulisse sind. Wie das Grüppchen aus Jörg Hamann, Tochter Johanna (10) und deren Freundin Dana (13).
Hamann, im Alltag Tischler, ist Schöpfer des „Tjostdrachen Torkel“, von dem aus sich Kontrahenten gegenseitig auf ungefährliche Weise gegenseitig ins Stroh schubsen können. Tochter Johanna war schon im Alter von sechs Wochen zum ersten Mal auf einem Mittelalter-Markt dabei. „Urlaub vom Alltag“, sind für Hamann solche Lager, „einfach mal raus, ohne E-Herd und Technik“. Er gehört außerdem zur Theatergruppe Midgard-Skalden, die regelmäßig in Haithabu auftritt. Dort spielen auch Kinder mit – und so trafen sich Johanna und Dana. „Wenn ich in der Schule davon erzähle, machen sich die meisten darüber lustig, aber das ist mir egal“, sagt die 13-Jährige über ihr Hobby. Und dass sie beim Wettbewerb mit dem Bogen glänzte, ist kein Zufall: „Ich bin in zwei Bogenschießclubs.“
Gut 100 Lager-Teilnehmer mit Zelten und Ständen sind diesmal dabei. „Wir haben so viel Zulauf, dass wir gar nicht alle aufnehmen können“, sagt Eller und achtet dabei auf die Authentizität. Die Besucher können natürlich kommen, wie sie wollen – wer im Lager wohnt, darf aber weder Plastikschüsseln noch Handys noch industriegefertigte Zigaretten herumliegen lassen. „Das ist okay“, findet Hamann. Damit es im Zelt trocken bleibt, setzt er auf doppelte Leinwand, auf dem Tisch draußen stehen getöpferte Schüsseln, Ren- und Schafsfelle machen die Sitzbänke weich und warm. Die Grenze der Authentizität ist für ihn das Diabetes-Set seiner Tochter, das immer sicht- und greifbar sein muss: „Das ist nicht verhandelbar“ – was aber auch noch nie nötig war.
Gewonnen hat das edle Horn von Nienthal übrigens die Wikinger-Familie Take aus Wilhelmshaven

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